Wohngeldreform – Haushalte mit Kinder profitieren

Wohngeldreform – Haushalte mit Kinder profitieren

Seit über 40 Jahren hilft das Wohngeld einkommensschwachen Bürgerinnen und Bürgern bei ihren Wohnkosten. Wohngeld ist kein Almosen des Staates. Wer zum Kreis der Berechtigten gehört, hat darauf einen Rechtsanspruch. Mit der Wohngeldreform 2016 hat sich einiges geändert.

Alleinerziehende mit Kindern
Für Alleinerziehende mit zwei Kindern im Bereich zwischen ca. 1.250 Euro und ca. 2.300 Euro Bruttolohn werden sich Nettoeinkommenserhöhungen von bis zu 150 Euro ergeben. Auch Alleinerziehende mit einem Kind profitieren, allerdings in geringerem Umfang. Insgesamt wird die Reform für Alleinerziehende deutliche Veränderungen bringen, da sie bisher in keinem Bruttoeinkommensbereich durch das Wohngeld bessergestellt waren als im SGB II (Sozialgesetzbuch – Zweites Buch) und somit theoretisch kein Wohngeldanspruch erreicht werden konnte. Gleiches gilt für den Kinderzuschlag. Nach der Reform wird bei 1.250 Euro Bruttolohn der Wohngeldanspruch und ein Anspruch auf Kinderzuschlag einsetzen, der bedarfsdeckend ist. Somit könnte die Bedürftigkeit nach SGB II überwunden werden.

Alleinerziehende ohne Kinder
Für Alleinstehende zeigen sich theoretisch keine Reformeffekte. Alleinstehende würden sich auch nach der Reform bei jedem Bruttoverdienst, bei dem noch ein Anspruch auf SGB-II-Leistungen besteht, durch die Grundsicherungsleistungen finanziell besser stellen.

Paarhaushalte mit Kindern
Paarhaushalte mit zwei Kindern und einem erwerbstätigen Partner werden bei einem Bruttolohn von ca. 1.700 Euro den Grundsicherungsbezug verlassen und dann Wohngeld- und Kinderzuschlag erhalten. Vor der Reform lag diese Schwelle bei gut 1.800 Euro. Das erhöhte Wohngeld wird zu einem maximalen Nettoeinkommenszuwachs von etwa 100 Euro führen. Während vor der Reform der Wohngeldanspruch bei etwa 2.650 Euro auslief, würde der Haushalt nun bis zu einem Bruttoeinkommen von ca. 2.900 Euro anspruchsberechtigt bleiben.

Paarhaushalte ohne Kinder
Bei Paarhaushalten ohne Kinder zeigen sich wie bei den Alleinstehenden ohne Kinder keine Effekte. Auch diese Haushalte würden sich mit dem reformierten Wohngeld niemals finanziell besser stellen als in der Grundsicherung nach dem SGB II, sodass theoretisch auch nach der Reform kein Wohngeldanspruch entstehen würde.

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